Watoto Kabisa

e.V. – das Keniaprojekt des Landesverbands Rheinland-Pfalz/Saar im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP)

Kategorie-Archiv: Reise

Happy Hippos, again

(Victoria) Zwar könnte ich jetzt einen etwa 200 bis 300 Meter langen Text über die Keniafahrt schreiben, und über das Gefühl, wieder zu Hause zu sein (was übrigens verdammt unwirklich scheint!). Jedoch bedeutet das für die Leser zu viel Runterscrollen, deshalb lasse ich das jetzt mal außen vor, bedanke mich bei der Fahrtengruppe, dem Land Kenia und dem ganzen Universum für diese einzigartige, unvergessliche Fahrt und möchte eigentlich nur darauf hinweisen, dass mein Artikel über den Lake Niavasha aus den Weiten des eben genannten Universums wieder aufgetaucht ist. Und sogar an chronologisch richtiger Stelle auf diesem Blog zu finden ist, nämlich hier: https://keniarps.wordpress.com/2011/10/05/ich-bin-ein-kleines-nilpferd/

Danke, und schlaft euch mal aus!

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Ein Bahama Mama, bitte!

(Victoria) Wie Carmen und Mitsch ja schon vorweggenommen haben – wir fuehlen uns wie in der Bountywerbung. Doch die Reise dorthin fuehrte nicht etwa durch Kokospampe mit Schokoladenglasur, sondern war wesentlich mehr Tortur. Freitagabend sind wir naemlich in den unheimlich modernen Nachtbus gestiegen – und die Party ging los. Im Grunde war uns der Bus zunaechst sehr sympathisch, denn er hatte ansprechende Features: Klimaanlage, Beinfreiheit, Kekse (Glucosekekse!), Wasser und, man glaubt es kaum, verstellbare Rueckenlehnen. Doch als nach kurzer Fahrt die grenzwertige Achtzigerjahremusik gegen einen Film ausgetauscht wurde, zeigte Guardian Angel sein wahres Gesicht. Denn es war nicht etwa, wie vielleicht legitim gewesen waere, ein Stummfilm, oder wenigstens eine beruhigende Unterwasserdokumentation ueber Schildkroetenbabies. Neeeein, es war ein Actionfilm, und da jeder der Charaktere gefuehlt mindestens dreimal verdammt geraeuschvoll gestorben ist, wurde das Schlafen unmoeglich. Denn auch das Ratterbumzong eines schiessenden Hubschraubers, der die halbe Leinwand zum Explodieren bringt, ist nur so mittelangenehm, zumindest nachts um 12. Als gegen halb 1 endlich der Film zu Ende war (da ich die Story nicht mitgekriegt hab, geh ich mal davon aus, dass einfach alle endgueltig mal tot waren), erfuellte nach wenigen Minuten afrikanische Popmusik den Bus – und ploetzlich wuenschten auch wir uns einen schiessenden Hubschrauber. Aber was solls, Muedigkeit siegt ja meistens, und aus diesem Grund kam uns Mombasa am naechsten Morgen um halb 6 fast schon etwas zu frueh. Doch als wir die letzten vergessenen Halstuecher rechtmaessig, und anderer Leute Kokosnuesse unrechtmaessig (und auch ohne Absicht!) aus dem Bus geholt hatten und nach einiger Zeit auch unser neuer Matatu ankam, wurden wir langsam wach. Dazu trug wohl auch der Regen (!) an der Kueste (!) bei. Und die Eindruecke der neuen Stadt – vor allem der Blick zwischen den Giebeln der schnuckeligen Altstadthaeuser auf den Indischen Ozean. Und jetzt sind wir schon fast wieder bei Bounty, denn nach einem kurzen Fruehstueck in Mombasa entschieden wir uns, direkt nach Tiwi Beach zu fahren.

(David) Timeshift: Unsere Kohten stehen mittlerweile, etwa 30 Meter von den endlosen weissen Sandstraenden des Indischen Ozeans entfernt. Um die Kohten herum stehen unzaehlige Palmen, am Strand verkaufen die Beach Boys (nicht die “Surfin USA”-Typen, aber die werden hier tatsaechlich auch so genannt) Kokosnuesse, die so frisch sind, wie so eine Nuss nunmal von ihrem Ursprung am Schopf der Palme bis zum Boden braucht. Ueberall, also auch an diesen Palmen klettern lustige Affen mit schwarzen Gesichtern und leuchtend tuerkisen Hoden. A propos tuerkis: Der Indische Ozean spielt offenbar regelmaessig in Werbungen mit, wir haben noch nie so viel tuerkises, klares Wasser auf einem Haufen gesehen. Das Wasser ist so warm wie sonst hier hoechstens noch die Luft, und hier gibt es keinen roten Staub, sondern feinsten weissen Sand. Ueberhaupt hat das Afrika von Tiwi Beach nichts mit dem Roter-Staub-Afrika der letzten zwei Wochen zu tun. Statt Loewensafari kann man hier tolle Riffbewohner sehen, aber dazu spaeter. Ein grosser Vorzug des Tiwi Beach Camp Resorts ist zweifelsohne die Bar, von deren Veranda man einen grossartigen Blick auf den in Wurfweite befindlichen Indischen Ozean hat. Hier gibt es leckeren Kaffee, Krest Bitter-Lemon-Limonade und nach Sonnenuntergang mitunter auch mal ein Tusker. In genau dieser Bar sitzt uebrigens auch Doc Kelzo und trinkt tagein, tagaus Bahama Mama. Bei Scrubs zumindest. Tiwi Beach ist das Paradies auf Erden, und der ideale Ort fuer uns, um mit der Fahrt abzuschliessen. Wenn ich mirs recht ueberlege koennten wir hier noch viel laenger die Fahrt abschliessen, es ist schade, dass wir morgen schon nach Mombasa und schliesslich nach Deutschland aufbrechen werden.

(Michelle) Und ploetzlich war es soweit: Der Indische Ozean lag direkt vor uns und der Anblick, der sich uns bot, stand saemtlichen Reisefuehrerbildern in nichts nach: Unendliche Weite, tiefes Blau, lange weisse Sandstraende und Palmen so weit das Auge reicht. Einfach genial.
Also war es selbstverstaendlich, dass wir schon bei unserer Ankunft am Tiwi Beach planten, ins kuehle Nass zu springen. Und kurz danach war es dann so weit: Die letzten Schritte ueber den heissen Sand, Kleider unter einer Kokospalme ablegen, noch einmal tief durchatmen, ein Blick auf den unendlichen Horizont und dann ein kurzer Schockmoment: Dort, wo wir eigentlich seichtes Wasser erwarteten, das so klar sein sollte, dass wir bis auf den sandigen Meeresgrund sehen konnten, waren nur Algen. Viele Algen. Viel zu viele Algen! Ein bisschen angeekelt stapfen alle weiter, der langersehnte Moment ist zum Greifen nah und dann ist er ploetzlich da und ein Ruf ertoent: “Wow, wir stehen in Indischen Ozean!”
Das Wasser ist nicht tief, es laesst sich weit hinauslaufen. Und dort, fast schon am Horizont stehen die anderen und werfen sich wagemutigst in die Fluten – das koennen auch wir uns nicht entgehen lassen! Also kaempften wir uns durch die Wellen, bishin zu dem Punkt an dem sich die Wellen brachen und wir die Freudenschreie der anderen vernahmen. Eine einzige Situation, deren einzigartige Schoenheit kaum in Worten beschreiben laesst, denn das Gefuehl, mit 27 lieben Menschen gemeinsam im Indischen Ozean zu stehen und sich von den Wellen treiben zu lassen, muss man einfach selbst mal gefuehlt haben.
Und dank Miri schafften wir es sogar, dieses Erlebnis zu optimieren, denn sie fuehrte uns an den Ort, an dem der Strand wirklich perfekt war und diese Perfektion nicht von laestigen Algen zerstoert wurde. Und so, mit dem reinen Sand zwischen den Zehen, der untergehenden Sonne am Horizont und dem salzigen Geruch des warmen Wassers in der Nase, konnten wir den nahezu perfekten Moment tatsaechlich ein zweites Mal erleben. Einfach der Wahnsinn.

(Birte) Grummel, es ist schon viel zu spaet. Schnorcheln war schoen, aber schreiben werd’ ich erst morgen.

Kenia ade, scheiden tut weh

(Unser letzter Post ueber Tiwi Beach haengt in einer Zwischendimension fest und wird schnellstmoeglich nachgereicht)

(Michelle, Birte, Victoria, David) Der letzte Morgen begann mit Regen. So viel Regen, dass einige Moskitonetze in den Kohten unterspuelt wurden und einige Sippen sich gar nicht raustrauten. Von wegen Bountywerbung! Aber was will man machen: Wir mussten packen und Zelte abbauen, damit wir um halb drei nach Mombasa fahren koennen. Doch noch ein letztes Mal wurden wir Opfer der Kenyan Time und starteten mit mehrstuendiger Verspaetung nach einem Mittagessen mit Tintenfisch. Deshalb fiel die Altstadt gleich mal aus und wir durften in einem voellig ueberteuerten Kunsthandwerkermarkt unsere letzten Shillings verballern.

Nach einem letzten Besuch in einem kenianischen Restaurant mit Ugali, Chapati, Scumawiki und so weiter ging es dann ab zum Flughafen. Hier trieb der Abschied von Dan, Titus, Steve und Dan uns Traenen in die Augen und in uns allen wuchs der Wunsch, eines Tages zurueckzukehren. Asante sana, nataku miss! Friendship!

Wir checkten ein an einem ziemlich skurrilen Flughafen und gingen schliesslich zu Fuss zu einer kleinen Propellermaschine, die uns nach einer Zwischenlandung am Kilimandscharo Airport nach Addis Abbeba brachte, wo wir nun im Internetcafe sitzen. Der Sonnenaufgang ueber den Wolken und der Landeanflug ueber Aethiopien machten uebrigens massiv Lust auf mehr Afrika!!

Nochmal in aller Kuerze: Wir landen um 16:35 Uhr in Frankfurt. Familie Dhonau: Kommt bitte eure Kinder abholen! Familie Ehl: Kaesekuchen?

Pole Pole und Metropole

(Birte, Caetch, David, Michelle, Victoria) Wir hatten Nyeri aus unserer Reiserouteliste gestrichen, um einen weiteren Tag in Bondo verbringen zu koennen. Ausserdem wollten wir Julia zum Geburtstag die fuenfzehnstuendige Busfahrt ersparen. Dan deklarierte diesen Tag zum „Pole-Pole-Day“ (swahili: „langsam, langsam“). Und das Motto war Programm. Vor dem Fruehstueck durften wir exklusiv Kuehe melken und beim Zubereiten der Mandazi helfen, die deshalb gleich doppelt so gut schmeckten. Nach dem Fruehstueck kam uns eine besonders grosse Ehre zuteil: man schlachtete einen schwarzen Ziegenbock, bei dessen Zerlegung und Zubereitung einige von uns fleissig halfen, die anderen aus gutem Grund fern blieben. Zum Mittagessen gabs dann lecker Innereien, was im Normalfall nur Einheimischen vorbehalten ist. Praedikat: interessant.
Dem Mittagessen folgten ausgiebige Spaziergaenge, Fussbaeder, Schlaefchen, Waschgaenge und musikalische Erguesse. Am spaeten Nachmittag pflanzten wir dann gemeinsam mit einigen Dorfbewohnern 20 Baeume.
Wer uns besonders den Kopf verdreht hat? Nicht die Sonne, sondern die vierjaehrige Emma mit dem suessesten Laecheln Ostafrikas.

Luc und Emma

Zur Feier der geschlachteten Ziege (und ihres Hirns) gab es zum Nyama Choma (Grillfleisch) zu unserer aller Freude echtes kenianisches Bier: Tusker. Praedikat: mindestens genauso interessant.
Aus „Dance till Dawn“ wurde „Sleep till Dawn“, da wir schon frueh am naechsten Morgen nach Nairobi aufbrachen. In Kisumu mussten wir uns leider von Zeddy verabschieden, der uns allen sehr ans Herz gewachsen war. Auf der langen Fahrt zurueck in die kenianische Hauptstadt erkannten wir so manches um uns herum wieder. Highlight waren nicht nur Zebras und Kamele, sondern auch zwei schlaue Fahrradfahrer, die sich bei Tempo 80 einfach mal an einen LKW angekoppelt hatten. Je naeher Nairobi kam, desto staerker veraenderte sich die Landschaft und desto kuehler und regnerischer wurde es.
Mittlerweile ist das Wetter allerdings wieder besser und wir sitzen, nach einer Nacht in der gleichen Schule wie zu Beginn unserer Fahrt, im Haus des Projekts MADODO, Dans zweites Projekt, das sich hier um Strassenkinder im Slum von Nairobi kuemmert. Hier haben wir uns auch gerade mit der deutschen Volontaerin Inga aus Stuttgart unterhalten, die hier fuer 11 Monate lebt. Sie hat sogar mit den Kindern ein selbstgeschriebenes Musical einstudiert, womit sie morgen bei einem Wettbewerb antreten.
Gleich gibts Lunch und wir duerfen der Generalprobe des Musicals beiwohnen. Den restlichen Tag verbringen wir hier, und heute Nacht geht es dann mit dem Nachtbus nach Mombasa an den Indischen Ozean. Einziges Wehmutstroepfchen: Leider muessen wir uns von unserem innig geliebten Hakuna Matatu und dem megaguten Busfahrer Sam, der staendig Davids (also eigentlich Mos) Hut anhat, verabschieden. Trotzdem freuen wir uns auf Sonne, Strand, Palmen, Korallenriffe und viel Meer. Ausserdem soll es dort Kaese geben!!!

Wir in unserem Hakuna Matatu vor der Abfahrt in Bondo

Ein paar Fotos…

(David) Immer wieder kommentiert ihr verstaendlicherweise, dass ihr gerne mehr Fotos sehen wollt. Das war leider in der letzten Zeit nicht einfach, weil unser Netbook leider nicht nur langsam ist, sondern auch noch einen recht schnell entladenden Akku hat, das hat schon ohne Bilder oft genug fuer Zittern gesorgt, ob wir nun schnell genug fuer den Akku sind. Im Moment sitze ich an einer Steckdose im Lehrerzimmer der St Benedict Primary School in Nairobi und hole zumindest mal ein paar Fotos nach (in geringer Aufloesung, denn auch der Safaricom-Surfstick ist recht lahm…

Hier sind wir gerade in Bondo Town, wo wir auf dem Rueckweg vom Ziegenmarkt der Mutter von Maureen und Zeddy einen Besuch abgestattet haben. Wir singen gerade "Ich kenne Europas Zonen".

Zeddy fuehrt die ersten dreizehn Ziegen zur Uebergabe an die Eltern. Zeddy war uebrigens von der Massai Mara bis heute vormittag bei uns und wir hatten eine tolle Zeit mit ihm.

Auf dem Gipfel des Serawongo sind wir auf die Wasserspeicher geklettert, hier sind Jonas, Jule und Steven (Dans Neffe) im Bild. Dahinter sieht man den Lake Victoria.

Kenia hautnah

(Cätch) Ankunft in Bondo. Wir warden ein gutes Stueck vor Dans Zuhause von seinen Frauen, Muettern und Schwestern tanzend und singend empfangen.
NAchdem wir uns aus dem Bus gequetscht hatten zogen wird alle tanzend zur Dorfmitte,wo uns Dan wilkommen hiess und die komplette Familie vorstellte. Danach durften wir uns in seinem Haus umsehen – Viel gab es nicht zu sehen- eine kleine quadratische Lehmhuette, Reedgedeckt, mit einem 2stoeckigen Bett darin, sonst nichts – kein Fenster ,keine weiteren Moebel.
Nach einem zuegigen Aufbau der Kohten wurde Tee, Ondelo (Popcorn) und Mandasi (frittierte Teigtaschen) serviert. Als Haupstpeise gab es verschiedene Kenianische Spezialitaeten, inclusive Fisch aus dem ,in sichtweite liegenden Victoriasee. Nach einer erholsam Nacht und Ausschlafen gab es ein fuer uns ungewohntes aber sehr leckeres Fruehstueck: Ondelo, Suesskartoffeln, Mandasi und Erdnuesse, dazu natuerlich Tee. Gestaerkt ging es nun auf den Weg yu Dans Grundschule, wo von uns 20 Baumsetzlinge gepfalnzt wurden. Nachmittags ging es dann fuer alle die wollten, den Sirawongo, einen nahe gelegenen Huegel hinauf um die unglaubliche Aussicht auf den Victoriasee zu geniessen.

11.Oktober: An unserem 12. tag der Reise ging es zum Victoriasee. Mit der AUssciht auf einen gemuetlichen Tag am und im Wasser und mit einem reichhaltigen Fruehstueck im Bauch ging es los. Der Bus fuhr bis ¼ km an den See heran, kenianischer 250m, es waren wohl eher 1km. Nun ging es, nach kleinen Startschwierigkeiten des Bootes los nach Ndeda, wo die Insel erkundet und eine Schule besucht wrde. Nachdem uns die Kinder, total fasziniert von uns Mzungus , schweren Herzens gehen liessen ging es in der Mittagshitze weiter. Um die naechste Indel zu erreichen mussten wir das Boot, dessen Motor nun vollends aufgegeben hatte, wechseln.
Nach euner kuezen Wanderung quer ueber die Unsel durfen wir endlich in das warme, aber dch noch erfrischende Wasser des VitoriaSees. Wir hatten jede Menge Spass beim schwimmen und herumalbern, viel yu schnell war diese kurze Pause vorbei und es ging erfrischt, muede und so sauber wie im Victoriasee moeglich zurueck aufs Festland.

Ziegen, Ziegen und nochmal Ziegen

(Mona, Victoria, David) Am Freitag morgen ging es wie immer ziemlich frueh los, dieses Mal fuhren wir nach Bondo auf den Ziegenmarkt. Es gab auch Rinder, Schafe und Esel, aber wir waren ja wegen der Ziegen hier. Mitsch verhandelte den Kaufpreis dreier Ziegen, weitere 22 hatten vorher schon Cadamic gekauft, da sie beim Verhandeln ernster genommen wurden.
Stunden zu spaet kamen wir dann an der Kodiaga Primary School an, wo wir von aufgeregten Kindern begruesst wurden. Wieder wurden wir abgeklatscht und ausgiebig mit Gesang und Tanz (zum Mitmachen, yeah!) willkommen geheissen. Nach einigen Reden uebergaben wir 13 Ziegen an besonders arme Familien der Schule. Sie bedankten sich mit der Swahili-Version von Amazing Grace, was hier nur zu ganz besonderen Anlaessen gesungen wird.
Anschliessend fuhren wir wieder in unsere Lieblingsschule, die Ogango Primary School. Hitze und Stress hatten uns zwar zugesetzt, jedoch zauberte uns der begeisterte Empfang der Kinder wie schon am Vortag ein Laecheln ins Gesicht. Als wir begannen, mit ihnen deutsche und afrikanische Tanzspiele zu spielen, ging die Party ab. Vor lauter Spass bekamen wir von der Ziegenuebergabe, die auf Mitsch, Carmen und Nadine zurueckfiel, gar nichts mit.
Doch auch die groesste Party ist mal zu Ende, und wir fuhren hungrig und muede, aber gut gelaunt zurueck zu unserem Campground. Nach ewigem Schlangestehen an der Supermarktkasse war es dunkel, als wir dort ankamen. Voellig am Ende, wurden wir von den kenianischen Scouts schon sehnlichst erwartet. Trotz Erschoepfung freuten wir uns ueber das fuer uns zubereitete Abendmahl und stellten uns gegenseitig vor. Nach einem langen Tag waren wir voellig am Boden, wo wir guenstigerweise unsere Schlafsaecke vorfanden. Nicht nur die Hitze, sondern auch die Kenyan Time macht uns zu schaffen: Ueber den ganzen Tag sammeln wir Verspaetungen und geplatzte Terminabsprachen wie Bonusmeilen. Als Ventil dient uns immer oefter das Schnaps-Lied. Aber was solls, wir wussten ja, dass Afrika kein Zuckerschlecken ist, aber Zuckerrohr schmeckt eigentlich sehr lecker!

Samstag: Endlich mal ausschlafen, bis uns die Hitze aus den Schlafsaecken trieb – also um halb 8 (6.30h bei euch).
In duennsten Klamotten traten wir bei verschiedenen Spielen gegen die dick vermummelten Scouts an. Nach dem Sackhuepfen, spaetenstens nach dem Volleyball lagen die meisten von uns unter dem selbstgebauten Sonnensegel. Jetzt ging es froehlich auf zum Hardcore-Chillen, das uns den Schweiss auf die Stirn trieb. Es ist hier nichts besonderes, ohne Anstrengung vier Liter Wasser am Tag zu trinken.
Nach spaetem Mittagessen und einer Reflexionsrunde kochten wir in den Sippen super leckeres Essen, wie zum Beispiel Kartoffeln mit Mango-Auberginen-Bananen-Paprika-Ingwer-Erdnuss-Kokos-Chilisauce (yummi!!). Nun ging es zum Campfire der kenianischen Scouts, wo wir die altbekannten Singspiele darboten. Zu Beginn machte die
Begegnung Spass, aber irgendwann begann die militaerische Ausrichtung der Pfadfinder unsere antiautoritaer erzogenen Gemueter zu penetrieren. Um wieder runterzukommen starteten wir danach eine Singerunde im kleinen Kreis.

Mittlerweile ist Sonntag, und in etwa zwei Stunden werden wir nach Bondo aufbrechen. Wir freuen uns schon auf die Begegnung mit Dans Familie und das Landleben am Ufer des Victoriasees. Ach ja, und was in diesem Post vielleicht etwas untergeht: Uns geht es gut und wir erleben eine Menge.

Servus, Gruezi und hallo von uns an euch!

Die letzten zwei Posts wurden nachtraeglich abgeschickt, weil wir erst jetzt wieder Guthaben auf dem Surfstick haben. Berichte aus dem superschoenen Bondo folgen! 🙂

Kisumu, finally…

(Birte, Mona, Michelle, Victoria, David) Wir entschuldigen uns recht herzlich, dass es von uns so lange keine Neuigkeiten gab, aber leider ist es nicht ganz leicht immer Strom fuer den Laptop zu bekommen.

Etwas spaeter als geplant, kamen wir in Kisumu an, wo wir bei Maureen zu Hause einen herzlichen Empfang und ein super leckeres Essen aufgetischt bekommen. Maureen hat zu sammen mit Dan CADAMIC gegeruendet und war so nett uns fuer eine Nacht in ihrem Garten zelten zu lassen.
Am naechsten Morgen fuehrte sie uns zu Fuss quer durch Kisumu zum Buero von CADAMIC. Hier erwarteten uns Christine, Berlin und Dan um uns gemeinsam die Organisation vorzustellen.
Gemeinsam verteilten wir unsere mitgebrachten Geschenke auf drei verschiedene Taschen, welche wir mit n die Schulen nehmen wollten, was naemlich heute an unserer Tagesordnung stand.
Der Weg zur ersten Schule, fuehrte uns in ein Slum und die Lebensbedingungen dort erschreckten uns sehr. Die Menschen hausen in Wellblechhuetten, Essen wird auf der Strasse in praller Sonne verlauf, aber trotzdem tragen die Kinder ein Laecheln im Gesicht, lachen uns an und rufen, dass es ihnen gut gehe.
Dann kamen wir in der schule an, in der in einem Raum 80 Schueler in vier Klassen unterrichtet warden, mit einer Altersspanne von 18 Monaten bis 8 Jahren. Als “Weisse” mit den Kindern ins Gespraech zu kommen, stellte sich als unmoeglich heraus, aber dafuer konnten wir umso besser mit ihnen spielen. Besonders die mitgebrachten Luftballons wurden mit Begeisterung aufgenommen.
Hier beobachteten wir auch eine Schulspeisung, die von CADAMIC finanziert wird. Der Abschied von den Kindern fiel uns schwer, wir ussten allerdings zur zweiten Schule, da wir schon hinter dem Zeitplan lagen.
In der zweiten Schule erwarteten uns viele Pfadfinder, die uns stolz ihren geschlechtergetrennten Campground zeigten. Wir wurden mit viel Gesang begruesst und mussten einige Reden ueber uns ergehen lassen. Die Pfadfinder begleiteten uns noch zum Bus, mit dem wir zur dritten Schule fuhren.
Wir stiegen aus und fuehlten uns wie Tokio Hotel, da wir von 800 vor Freude schreienden Kndern empfangen und abgeklatscht wurden. Unser erstes Gastgeschenk, ein Ball, jagte 800 Kinder und 20 Pfadfinder quer ueber die grosse Wiese. Gleichzeitig fand ein offizieller Teil statt, in dem wir begruesst wurden und Taenze aufgefuehrt wurden.
Wir konnten uns erst gar nicht von den Kindern trennen, doch muede, erschoepft und sehr beeindruckt von den ganzen Erlebnissen, machten wir uns auf den Heimweg.

Impressionen…

Wir haben uns gedacht, jeder soll mal einen Satz fuer den Blog schreiben und darin festhalten, was er ueber den bisherigen Verlauf der Fahrt mitteilen will:

Jacky: Hier ist es klasse, das Wetter ist toll, ich freue mich auf die naechsten zwei Wochen und bin gespannt was mich erwartet und gruesse meine Familie und Freunde. Ich vermisse euch.

Manu: Es ist echt klasse, ich kann es fast nicht glauben, aber ich vermisse euch mega doll.

Alex: Ich bin total ueberwaeltigt von Kenia. Es ist hier so anders als in Deutschland. Gruesse an Freunde und Familie.

Jonas: Hier ist es sehr schoen und die Menschen total lieb. Schoene Gruesse an die Familie. Anna, alles Gute!

Caetch: Anders als erwartet, aber alles super! Die Menschen hier sind total nett.

Sophie: Unsere Erlebnisse hier sind so ueberwaeltigend, dass ich mir selbst nicht mal bewusst bin, wie ich mich fuehle waehrend all das passiert.

Jule: Der beeindruckendste Moment, der sich bei mir eingepraegt hat, war als sich ein kleiner Junge in zerrissenen Kleidern kaum getraut hat, einen Kuli aus unserer Hand anzunehmen, den wir ihm schenken wollten.

Caro: Neben dem Jamboree die beeindruckendste Fahrt ever! Wunderschoene Natur und aufregende Menschen. Baci an Charly + Doro & Bjoern, Oma und Freunde.

Steffi: Unsere Reise durch Kenia bringt uns jeden Tag schoene neue Erlebnisse und Erfahrungen. Man merkt jetzt ganz genau, wie dies unsere Gruppe zusammenschweisst. Ich fuehle mich hier sehr wohl und gruesse alle zu Hause.

Tobias D.: Das Land ist echt komplett anders, aber wenn man sich darauf einlaesst, wunderschoen. Wir haben schon viel erlebt und die Menschen sind klasse. Viele Gruesse an die Daheimgebliebenen (Mum, Dad, Nancy, Omi und die Freunde, die den Blog verfolgen)

Max: Meine Vorredner haben schon alles gesagt was ich sagen wollte, also schicke ich einfach nur Gruesse in die Heimat.

Luc: Es ist eine sehr interessante und neue Erfahrung, die ich hier mache. Wir machen jetzt zwar ein bisschen Tourizeugs, aber ich freue mich schon sehr auf Kisumu. Gruesse an das „schoenste Bundesland der Welt“ und an alle meine Freunde dort und anderswo auch.

Tobias F.: Kenia ist ein interessantes Land. Die Leute sind sehr nett und wir sind eine grosse und bunt gewuerfelte Fahrtengruppe. Ich habe vieles gelernt und schicke zum Schluss noch meine Gruesse nach Deutschland.

Moritz: Ich bin sehr beeindruckt von Kenia. Die Menschen hier sind viel „sozialer“ zueinander als in Deutschland, aber man kann auch ueberall die Armut sehen. Gruesse an alle Freunde und die Familie.

Malou: Kenia ist total aufregend und schoen, jedoch gibt es auch „schlechte Seiten“: Die Armut! Ich persoenlich weiss meistens nicht genau, wie ich auf bettelnde Menschen oder Kinder reagieren soll. Ich moechte nicht unhoeflich sein… Aber als jetziges Update kann ich nur sagen: Die Fahrtengruppe gefaellt mir. Die Kultur gefaellt mir. Das Land gefaellt mir. Unterm Strich geht es mir supi. Die allerliebsten und suessesten Luftkuesschen an meine Familie und Freunde.

Mona: Dieses Land zeigt mir jedes Land neue Seiten: Heute habe ich zum Beispiel einen Mann gesehen, der auf seinem Fahrrad ein Sofa transportiert hat. Es ist sehr faszinierend, wie sehr die Menschen hier auf die Natur angewiesen sind. Liebste Gruesse an alle meine Lieben zu Hause, besonders an Jacomo.

Jochen: Koennten wir es schoener haben? Wir duerfen Afrikas schoenste Seiten erleben und bekommen andererseits aufgezeigt, wie gut es uns zu Hause eigentlich geht: Daran kann jeder nur lernen. Gruesse in die schoenste Stadt, die Welt, und an Elena. 10.10.2011

Lena (Flueppchen): Erschuetternd, beeindruckend, umwerfend oder praegend – das ist die Reise fuer mich in Worten. Ich bin unglaublich dankbar, dass die Reise meine Einstellung zu vielen Dingen veraendert. Es ist einmalig, nicht nur als Tourist, sondern hautnah Kenia kennen zu lernen. Dankeschoen an alle, besonders an meine Eltern und Grosseltern fuer diese unvergessliche Zeit!

Julia: Unglaubliche Eindruecke, unfassbare Gegensaetze, wunderschoene Natur, beaengstigende Lebensumstaende, leckere Fruechte, keine Muellentsorgung. Wir erleben in kurzer Zeit so viel und ich bin supergluecklich, ein Teil dieser Fahrtengruppe zu sein. Allerliebste Gruesse nach Hause.

Guppy:
Wuerziger, suesser Kaffee
Ein Schuss Milch im schwarzen Tee
Unglaubliche Vielfalt an Pflanzen und Tier
Ein so ganz anderer Flecken Erde
Bleib uns erhalten, der Welt und mir!

Hier, dort und da
Die Menschen sind uns nah
Und doch so fern
Viele Dinge die wir nun in uns tragen;
Vieles haben wir im Herzen gern,
Anderes liegt im Magen schwer.

Mitsch: Dreijaehrige Kinder, zerlumpt, dreckig, mit Flipflops Groesse 45 und dem sattesten Lachen, das man sich vorstellen kann. Grossartige Begegnungen, sobald man den Menschen glaubhaft gemacht hat, dass man kein europaeischer Goldesel ist, trotz heller Haut. Gruesse an den LV Schleswig-Holstein, Chisum, meine Familie und Sabrina.

Michelle: Zitat Titus: „It’s all part of the trip!“ Wenn wir uns nur darauf einlassen, werden das hier drei der schoensten und spannendsten Wochen in meinem Leben, hier in der bunten Vielfalt Kenias.

Birte: Affen am Strassenrand, winkende Kinder, Obstverkaeufer laufen ueber die Strasse, Kuh- und Ziegenherden grasen am Strassenrand, Tee-, Zuckerrohr- und Reisplantagen. Kenia zeigt sich in seiner ganzen Vielfalt und ist atemberaubend in jeglicher Hinsicht.

Nadine: Gruene Teeplantagen, weite Savannen, grandiose Tierwelt, wunderbare Menschen, seltsame Sitten, andere Sprachen, leckeres Essen, und wir duerfen das alles erleben und den Alltag mit unseren Freunden von Cadamic teilen – eine einmalige Erfahrung!

Victoria: All meine Impressionen in einem Satz zu beschreiben ist unmoeglich, und es waere sogar unmoeglich sie in ganzen 24548276 Saetzen zu beschreiben. Und so moechte ich in diesem Sinne eigentlich nur sagen: „Afrika, oh Afrika, alle lieben Afrika.“ Fuehlt euch gedrueckt!

David: Warzenschweine (!!!) laufen zum imaginaeren Koenig-der-Loewen-Soundtrack durch die Massai Mara. Und der rote Staub!!! Eieiei, ich bin in Kenia, und trage schon jetzt Kenia in meinem Herzen! Das schlaegt im Beisein von Hippos oder Loewen ein gutes Stueck schneller, oder auch einfach wenn die Kinder am Strassenrand uns zuwinken und anlaecheln. Gruesse kabisa!

Carmen: Trotz anfaenglicher Unsicherheiten mit der englischen Sprache habe ich mich nun gut zurechtgefunden und geniesse den Austausch mit Titus. Er hat uns bis jetzt fabelhaft begleitet und uns grossartige Einblicke gewaehrt. Besondere Gruesse an Mama, Papa und Moritz. P.S.: Zebras haben die knackigsten, schoensten Hintern!

An dieser Stelle wollen wir uns fuer die regen Kommentare auf dem Blog bedanken, die wir gespannt verfolgen, macht weiter so! Und jetzt stellen wir euch daheim ein paar Fragen:
1. Wie ist das Wetter?
2. Wie viel kostet ein Paeckchen Lebkuchen?
3. Und ein Liter Super?
4. Wie war der letzte Tatort?
5. Und wer hat eigentlich den BuViSoCo gewonnen?
6. Nennt bitte eine derzeit wichtige Schlagzeile!
7. Gibt es die FDP eigentlich noch?
8. Hats schon gefroren?
9. Hat Griechenland die zweite Rate erhalten?
10. Noch Fragen?

Ich bin ein kleines Nilpferd

(Victoria) Der Lake Naivasha. Sich langsam wogendes, bis zu 18 Meter tiefes Wasser. Baeume, Straeucher und Wasserlilien. Ueber 300 Vogelarten. Fische. Nilpferde. Und? Dunkelheit. Denn wir sind abermals etwas spaeter angekommen als urspruenglich geplant, und so beeilten wir uns mit dem Kohtenaufbauen im Camp am See, um so bald wie moeglich essen zu koennen.

Nach der Abendrunde liess uns jedoch der Gedanke, den Abend in der Naehe von suessen, dicken Nilpferden zu verleben ohne diese knuddeln zu koennen, keine Ruhe, und so naeherten wir uns dem Ufer, um nach Hippos Ausschau zu halten. Leider naeherten wir uns aber auch einem elektrischen Schutzzaun, und nur eine aufmerksame Gruppe israelischer Touristen rettete uns vor dem nilpferdvernichtenden Stromschlag. Dann jedoch, als wir Nilpferdgeraeusche imitierend am Zaun entlangliefen, fiel uns beim Anblick des ersten direkt neben uns grasenden Hippos, das sich nicht spaeter faelschlicherweise als Baeume herausstellte, nichts besseres ein, als zu hyperventilieren – was das Nilpferd dazu bewegte, erst in einigen Metern Entfernung wieder weiterzuschmatzen. In der Naehe entdeckten wir noch mehr Nilpferde, die zwar knuddelig aussahen, aber wohl doch lieber nicht geknuddelt werden sollten – denn wozu gab es schliesslich einen Elektrozaun?! Stattdessen begannen wir unsere Singerunde im kleinen Kreis mit einem Woelflingslied:

„Ich bin ein kleines Nilpferd und wiege hundert Pfund.
Mein Speck ist mir sehr viel wert, er macht mich kugelrund.
Ich bin ein kleines Nilpferd und war noch nie am Nil,
wenn einer mal zum Nil faehrt, der Nil ist auch mein Ziel.“

Wurde uebrigens schonmal erwaehnt, wie unglaublich nervig es beim Schreiben ist, dass auf der englischen Tastatur y und z vertautscht sind? Grr.

Heute Morgen fuhren wir dann endlich mit Motorbooten und muellautofarbigen Schwimmwesten hinaus auf den im Licht der aufgehenden Sonne glitzernden Lake Naivasha. Wir sahen Scharen von Pelikanen, bestaunten jagende Fischadler und Moewen am Himmel ueber uns. Durchs seichte Wasser stacksten Stoerche und Kormorane, und auch die Landschaft um den See herum war ultrabeeindruckend. Und daaaann? Dann tauchtend endlich ruhig schnaubende Hippokoepfe aus dem Wasser auf, kaum vier Meter von uns entfernt – und die Bootstour war zu 100 Prozent atemberaubend.

Mittlerweile holpern wir schon wieder im Hakuna Matatu zusammengeschweisst (!) weiter, nachdem wir eben im Ort fuer umgerechnet 80 Cent pro Person ein riesiges, reichhaltiges Fruehstueck genossen haben. Jetzt versuchen wir, unsere Buszeitvertreibsmethoden zu perfektionieren und freuen uns unheimlich auf Kisumu, unser ziel, wo wir die naechsten Tage verbringen und endlich die Arbeit von Cadamic sowie den Alltag in Schulen und Familien hautnah erleben werden. Watoto Kabisa!