Watoto Kabisa

e.V. – das Keniaprojekt des Landesverbands Rheinland-Pfalz/Saar im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP)

Kategorie-Archiv: Nairobi

Pole Pole und Metropole

(Birte, Caetch, David, Michelle, Victoria) Wir hatten Nyeri aus unserer Reiserouteliste gestrichen, um einen weiteren Tag in Bondo verbringen zu koennen. Ausserdem wollten wir Julia zum Geburtstag die fuenfzehnstuendige Busfahrt ersparen. Dan deklarierte diesen Tag zum „Pole-Pole-Day“ (swahili: „langsam, langsam“). Und das Motto war Programm. Vor dem Fruehstueck durften wir exklusiv Kuehe melken und beim Zubereiten der Mandazi helfen, die deshalb gleich doppelt so gut schmeckten. Nach dem Fruehstueck kam uns eine besonders grosse Ehre zuteil: man schlachtete einen schwarzen Ziegenbock, bei dessen Zerlegung und Zubereitung einige von uns fleissig halfen, die anderen aus gutem Grund fern blieben. Zum Mittagessen gabs dann lecker Innereien, was im Normalfall nur Einheimischen vorbehalten ist. Praedikat: interessant.
Dem Mittagessen folgten ausgiebige Spaziergaenge, Fussbaeder, Schlaefchen, Waschgaenge und musikalische Erguesse. Am spaeten Nachmittag pflanzten wir dann gemeinsam mit einigen Dorfbewohnern 20 Baeume.
Wer uns besonders den Kopf verdreht hat? Nicht die Sonne, sondern die vierjaehrige Emma mit dem suessesten Laecheln Ostafrikas.

Luc und Emma

Zur Feier der geschlachteten Ziege (und ihres Hirns) gab es zum Nyama Choma (Grillfleisch) zu unserer aller Freude echtes kenianisches Bier: Tusker. Praedikat: mindestens genauso interessant.
Aus „Dance till Dawn“ wurde „Sleep till Dawn“, da wir schon frueh am naechsten Morgen nach Nairobi aufbrachen. In Kisumu mussten wir uns leider von Zeddy verabschieden, der uns allen sehr ans Herz gewachsen war. Auf der langen Fahrt zurueck in die kenianische Hauptstadt erkannten wir so manches um uns herum wieder. Highlight waren nicht nur Zebras und Kamele, sondern auch zwei schlaue Fahrradfahrer, die sich bei Tempo 80 einfach mal an einen LKW angekoppelt hatten. Je naeher Nairobi kam, desto staerker veraenderte sich die Landschaft und desto kuehler und regnerischer wurde es.
Mittlerweile ist das Wetter allerdings wieder besser und wir sitzen, nach einer Nacht in der gleichen Schule wie zu Beginn unserer Fahrt, im Haus des Projekts MADODO, Dans zweites Projekt, das sich hier um Strassenkinder im Slum von Nairobi kuemmert. Hier haben wir uns auch gerade mit der deutschen Volontaerin Inga aus Stuttgart unterhalten, die hier fuer 11 Monate lebt. Sie hat sogar mit den Kindern ein selbstgeschriebenes Musical einstudiert, womit sie morgen bei einem Wettbewerb antreten.
Gleich gibts Lunch und wir duerfen der Generalprobe des Musicals beiwohnen. Den restlichen Tag verbringen wir hier, und heute Nacht geht es dann mit dem Nachtbus nach Mombasa an den Indischen Ozean. Einziges Wehmutstroepfchen: Leider muessen wir uns von unserem innig geliebten Hakuna Matatu und dem megaguten Busfahrer Sam, der staendig Davids (also eigentlich Mos) Hut anhat, verabschieden. Trotzdem freuen wir uns auf Sonne, Strand, Palmen, Korallenriffe und viel Meer. Ausserdem soll es dort Kaese geben!!!

Wir in unserem Hakuna Matatu vor der Abfahrt in Bondo

Ein paar Fotos…

(David) Immer wieder kommentiert ihr verstaendlicherweise, dass ihr gerne mehr Fotos sehen wollt. Das war leider in der letzten Zeit nicht einfach, weil unser Netbook leider nicht nur langsam ist, sondern auch noch einen recht schnell entladenden Akku hat, das hat schon ohne Bilder oft genug fuer Zittern gesorgt, ob wir nun schnell genug fuer den Akku sind. Im Moment sitze ich an einer Steckdose im Lehrerzimmer der St Benedict Primary School in Nairobi und hole zumindest mal ein paar Fotos nach (in geringer Aufloesung, denn auch der Safaricom-Surfstick ist recht lahm…

Hier sind wir gerade in Bondo Town, wo wir auf dem Rueckweg vom Ziegenmarkt der Mutter von Maureen und Zeddy einen Besuch abgestattet haben. Wir singen gerade "Ich kenne Europas Zonen".

Zeddy fuehrt die ersten dreizehn Ziegen zur Uebergabe an die Eltern. Zeddy war uebrigens von der Massai Mara bis heute vormittag bei uns und wir hatten eine tolle Zeit mit ihm.

Auf dem Gipfel des Serawongo sind wir auf die Wasserspeicher geklettert, hier sind Jonas, Jule und Steven (Dans Neffe) im Bild. Dahinter sieht man den Lake Victoria.

Von Elefanten, Giraffen und anderen Insekten

Und es ging uns tatsaechlich noch besser, als wir die Elefanten direkt vor uns sahen. Kleine, im Schlamm badende Waisenbabys! Aber die Stimmung war ein wenig getruebt: Echte Elefanten in Afrika hatten wir uns anders vorgestellt, vor allem die Atmosphaere glich einem Zoo. Besonders nervenaufreibend waren die vielen Touris vor, hinter und neben uns, und deren Hinterkoepfe auf jedem halbwegs guten Foto im Weg waren.Trotzdem halfen uns die troetenden Elefantenbabys, endlich in Afrika anzukommen – genau wie das pompoese, riesige Nashorn Maxwell. Bei einem kurzen Toilettenbesuch entdeckten wir auf dem Baum ein kleines Etwas. So etwas hatten wir alle noch nicht gesehen. Es sah aus wie ein frettchenartiges Tier und man nennt es Ibo. Doch Elefanten, Nashoerner und Ibos waren uns noch nicht genug. Nach einem Mittagssnack auf einer afrikanischen Wiese ging es los zu unserem naechsten Afrika-Tier-Erlebnis: Giraffen. Giraffen, die man fuettern und kuessen konnte, und die uns mit ihrer meterlangen, grauen Zunge abgeschlabbert haben. Der Wahnsinn. Ausserdem bereiteten uns die drei Warzenschweine grosse Freude, die sich zwischen den Giraffen auf den Vorderknien fortbewegten um Futter zu suchen. Die Warzenschweine erhielten alle den Namen “Pumba” und wir begannen “Hakuna Matata” zu singen.
Nach diesen vielen neuen Eindruecken ging es weiter wieder Richtung Nairobi. An den Strassenraedern sahen wir Affen und Kuehe und in der Stadt kann man auf vielen Baeumen Marabus entdecken. Menschen trugen grosse Kisten, Saecke und weiteres auf ihren Koepfen. Sehr beeindruckend ist auch der Strassenverkehr hier. Die Strassen sind meist nicht geteert und es ist voellig normal, dass in der Stadt drei bis vier Reihen Autos nebeneinander fahren. Fuer uns sieht es so aus, als ob jeder faehrt wie er will, Ampeln werden eh nicht beachtet, Menschen laufen zwischen den Autos herum und verkaufen Zeitungen, Bananen, Kinderspielzeug und aehnliches.
Von hieraus fuhren wir zurueck ins Stadtzentrum von Nairobi, das wir in drei Gruppen in Begleitung von Dan, Constant und Seddy erkundeten. Die Unterschiede von Arm und Reich waren dort sehr deutlich zu sehen.
Zum Abschluss waren wir mit einer kleineren Gruppe im Supermarkt um unser Abendessen zu kaufen, dort sieht man nichts vom hungernden Afrika. Das Abendessen wurde von den Sippen in der Grundschule zubereitet. Waehrend des Kochens und Essens schuettete es wie aus Kuebeln. Mit Einbruch der Dunkelheit begann ein ganz besonderes Spektakel: Gefuehlt Milliarden von undefinierbaren Insekten mit grossen Fluegeln versammelten sich an den Lampen und warfen im Laufe der Nacht ihre Fluegel ab.
Jetzt sitzen wir in unserem Bus, den wir gestern “Hakuna Matatu” getauft haben, und fahren in Richtung Maasai Mara, wo wir heute Abend zum ersten Mal auf Safari gehen werden, dementsprechend grossartig ist die Stimmung.

Kulturschock Nairobi

Nach einem bis auf die Beinfreiheit sehr angenehmen Flug sind wir in Nairobi angekommen, wo wir am Flughafen von Jan, Hannah und Titus mit unserem megageilen Bus in Empfang genommen wurden. Der brachte uns zur Schule, wo wir von Scouts empfangen wurden und mit einigen Grundschulkindern ins Gespräch kamen. Wir wurden vollkommen erschlagen von all den neuen Eindruecken, aber sonst geht es uns allen sehr gut!
Jetzt sind wir, ausgeruht und befruehstueckt (mit frischen Bananen, Ananas und Toast), auf dem Weg zur Elefantenstation.